Luft, die den Raum verlässt.
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Luftstrom, der in den Raum eintritt
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Von einer Anlage genutzte Wärme, die andernfalls verloren gehen würde.
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Serie Teil 4 - Lüftungsanlagen (Wärmetauscher)

Das Herzstück des Lüftungsgerätes – der Wärmetauscher!

Der Haupteffekt der Energieeinsparung beim Einbau einer Komfortlüftungsanlage besteht darin, dass die Wärmeenergie aus der Abluft auf die Zuluft übertragen wird. Diese Wärmeübertragung passiert im Wärmetauscher. Je effizienter der Wärmetauscher ist, desto weniger Zusatzenergie müssen Sie für die Erwärmung der hygienisch notwendigen Luftmenge aufwenden. Für alle Varianten von Lüftungsgeräten gilt: Vergleichen Sie nur Messwerte, die von unabhängigen Prüfinstituten nach gleichen Prüfgrundlagen ermittelt wurden (z.B. die Werte aus der bauaufsichtlichen Zulassung des DIBt). Andere Angaben weichen oft erheblich ab, weil verschiedenste Messverfahren zur Anwendung kommen können.

In der Vergangenheit wurde zum Effizienzvergleich verschiedener Lüftungsgeräte nur der Wärmerückgewinnungsgrad in % herangezogen, also jene Energie die aus dem Abluftstrom entzogen und auf den Zuluftstrom übertragen wird. Je höher dieser Wert ist, desto besser. Aus technischer Sicht muss aber auch die Energie die elektrisch aufgewendet werden muss (für Ventilatoren, Regelung etc.) mit bilanziert werden. Man spricht dabei vom so genannten „Elektrischen Wirkverhältnis“ (Verhältnis der Heizenergieeinsparung zur eingesetzten elektrischen Energie, jeweils in kWh). Hoch effiziente Lüftungsgeräte erreichen ein elektrisches Wirkverhältnis von über 15, es gibt jedoch auch Geräte die nicht mal einen Wert von 10 erreichen.

Die gängigsten Wärmetauscherbauarten im Überblick:

Kreuzstromwärmetauscher:

Die Abluft und die Außenluft werden über Kreuz durch ein Paket aus parallelen, dünnen Platten (Metall oder Kunststoff) geleitet, immer abwechselnd eine Schicht Außenluft und eine Schicht Abluft. Die Wärme wird von der Abluft über die wärmeleitenden PIatten auf die Außenluft übertragen und dann als vorgewärmte Zuluft den Aufenthaltsräumen zugeführt. (Wärmerückgewinnung: mind. 60 %)

Variante Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher:

Der Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher verbindet die Vorzüge des Kreuzstromwärmetauschers (geringer Platzbedarf) mit den guten wärmetechnischen Eigenschaften eines so genannten Gegenstromwärmetauschers, bei dem die Luftströme parallel, mit entgegengesetzter Strömungsrichtung geführt werden. Die Luftströme bleiben räumlich getrennt, es findet also keine Vermischung von frischer Luft mit verbrauchter Luft statt. (Wärmerückgewinnung: mind. 80 %)

Rotationswärmetauscher:

Bei dieser Technik dreht sich ein Rotor, der aus zahlreichen Kanälen parallel zur Drehachse besteht. Eine Hälfte des Rotors wird von der Abluft durchströmt, die andere Hälfte wird in umgekehrter Richtung von der Zuluft durchströmt. Eine Hälfte des Rotors wird also von der warmen Abluft "aufgeladen" und dreht sich dann in die kalte Zuluft um dort die Wärme eine halbe Umdrehung lang wieder abzugeben. Bei diesem Prinzip wird auch die Feuchte aus der Abluft (Küche, Bad) auf die Zuluft übertragen. Dies wirkt sich möglicherweise positiv auf die Raumluftfeuchte aus, Langzeiterfahrungen (insbesondere aus hygienischer Sicht) gibt es bei diesem Verfahren aber noch nicht. Theoretisch können auch Verkeimungen des Rotors, Luftvermischungen bzw. Geruchsübertragungen auftreten.

Astrid Rührig

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