Die Installation von PluggPlan-Systemen in Mehrfamilienhäusern erfordert strategisches Denken. Der Zeitpunkt und die Methodik unterscheiden sich grundlegend zwischen Neubau und Sanierung. Dieser praktische Vergleich hilft Installateuren, die effizienteste Herangehensweise zu wählen und optimale Ergebnisse zu erzielen.
PluggPlan Installationshandbuch: Unterschiede zwischen Neubau und Sanierung im Mehrfamilienhaus

Neubau-Installation: Integration während der Betonarbeiten
Optimaler Zeitpunkt der Integration
Bei Neubauprojekten liegt der entscheidende Vorteil in der frühzeitigen Planung während der Rohbauphase. Die Integration der PluggPlan-Wohnraumlüftungsgeräte sollte bereits in der Planungsphase erfolgen, idealerweise vor Beginn der Betonarbeiten.
Kernbohrungen für Außenluft- und Fortluftdurchführungen können während der Betonarbeiten exakt positioniert werden. Dies ermöglicht präzise Wandöffnungen mit den erforderlichen DN 168mm Durchmessern und einer Toleranz von maximal ±2mm. Die frühzeitige Koordination mit dem Rohbaugewerk verhindert nachträgliche strukturelle Eingriffe.
Die Betonqualität spielt eine entscheidende Rolle bei der Kernbohrung. Frischer Beton mit definierten Festigkeitsklassen ermöglicht saubere Bohrungen ohne Ausbrüche. Bei der Planung müssen bewehrungsfreie Zonen berücksichtigt werden, um Beschädigungen der Stahlarmierung zu vermeiden.
Koordinationsanforderungen im Neubau
Die Gewerkekoordination erfolgt systematisch über die Bauleitung. Die Installateure müssen rechtzeitig Pläne mit Kernbohrungspositionen bereitstellen. Besonders wichtig ist die Abstimmung mit:
- Rohbauunternehmen für Kernbohrungen und Aussparungen
- Elektrikern für Stromversorgung (separater FI-Schutzschalter erforderlich)
- Heizungsinstallateuren bei Integration mit bestehenden HLK-Systemen
Die Deckenmontage der PluggPlan-Geräte wird durch vorbereitete Befestigungspunkte erheblich vereinfacht. Bereits in der Betonphase können Gewindestangen oder Aufhängungen für die späteren Lüftungsgeräte eingeplant werden.
Technische Vorteile im Neubau
Luftdichtheit ist im Neubau deutlich einfacher zu erreichen. Moderne Mehrfamilienhäuser erreichen n₅₀-Werte unter 1,0h⁻¹, teilweise sogar 0,6h⁻¹ (Passivhausstandard). Dies optimiert die Wärmerückgewinnungseffizienz der PluggPlan-Systeme erheblich.
Die Kanalführung kann optimal geplant werden, da keine bestehenden Strukturen umgangen werden müssen. Kurze Wege und minimale Umlenkungen reduzieren Druckverluste und verbessern die Systemeffizienz.
Brandschutzaspekte werden von Anfang an berücksichtigt. Bei Mehrfamilienhäusern sind Brandschutzklappen bei Geschossübergängen nach DIN 4102 erforderlich. Diese können bereits in der Rohbauphase positioniert und später nahtlos in das PluggPlan-System integriert werden.
Die elektrische Infrastruktur wird ebenfalls optimiert geplant. Separate Stromkreise mit FI-Schutzschaltern können in der Elektroplanung berücksichtigt werden. Dies ermöglicht eine zentrale Steuerung über Bussysteme oder moderne Smart-Home-Integration mit KNX-Anbindung.

Sanierung: Nachrüststrategien für bestehende Gebäude
Zugangsbeschränkungen in der Sanierung
Bei Sanierungsprojekten stehen Installateure vor anderen Herausforderungen. Bestehende Wandstrukturen erfordern präzise Bohrungen ohne Schädigung der Bausubstanz. Die Zugänglichkeit zu Installationsräumen ist oft begrenzt.
Nachträgliche Bohrungen erfordern besondere Sorgfalt. Vor Bohrbeginn müssen Leitungen geortet und statisch relevante Bauteile identifiziert werden.
Installationsstrategien bei begrenztem Zugang
Die PluggPlan PP-GH Deckenmontage überzeugt mit kompakten Abmessungen von 850 x 550 x 207,6 mm. Damit lassen sich die Geräte selbst durch enge Zugänge problemlos transportieren – ein klarer Vorteil bei Sanierungsprojekten.
Ergänzend dazu stehen die PluggPlan PP-GV Wandgeräte zur Verfügung. Diese bedarfsgeführten Wohnraumlüftungsgeräte für Wand- oder Deckenmontage erreichen einen Volumenstrom von bis zu 105 m³/h und bieten mit 850 mm Höhe, 550 mm Breite und 179 mm Tiefe eine besonders platzsparende Lösung für vielfältige bauliche Anforderungen.
So liefert die PluggPlan Serie flexible Optionen für unterschiedliche Sanierungssituationen – ob als Wand- oder Deckenlösung.
Flexible Anschlüsse sind bei Sanierungen besonders wichtig, da eine exakte Positionierung oft nicht möglich ist. Schalldämpfer und elastische Verbindungen minimieren die Schallübertragung in die bestehende Struktur.
Staubschutzmaßnahmen sind bei bewohnten Gebäuden unerlässlich. Spezielle Staubwände und Unterdrucksysteme schützen angrenzende Bereiche.
Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten besondere Anforderungen. Die Außenwandgitter müssen optisch dezent gestaltet sein. Oft sind nur bestimmte Fassadenbereiche für Durchbrüche genehmigungsfähig, was die Trassenplanung beeinflusst.
Koordination mit laufendem Betrieb
Bei bewohnten Mehrfamilienhäusern muss die Installation etappenweise erfolgen. Die Installateure sollten die Arbeitszeiten mit den Bewohnern abstimmen und Staubschutzmaßnahmen vorsehen.
Die Kondensatleitung erfordert bei Sanierungen oft kreative Lösungen. Bei Deckenmontage muss ein Gefälle von mindestens 1% zur nächsten Abwasserleitung gewährleistet werden. Der Trockensiphon verhindert eine Geruchsübertragung.
Schallschutzoptimierung ist bei Sanierungen besonders relevant. Variable Schalldämmelemente je nach Außengeräuschpegel und eine elastische Wandanbindung erreichen Schalldämmwerte bis 47dB nach DIN EN ISO 10140.
Die Gebäudehülle bei Altbauten erfordert besondere Aufmerksamkeit. Undichtigkeiten müssen vor der Installation identifiziert und abgedichtet werden. Ein Blower-Door-Test vor und nach der Installation dokumentiert die Verbesserung der Luftdichtheit.
Prozessunterschiede und Erwartungen
Zeitaufwand und Komplexität
Neubau-Installationen benötigen typischerweise 6–8 Stunden pro Wohneinheit, da alle Voraussetzungen optimal vorbereitet sind. Die Arbeiten erfolgen dabei störungsfrei, da keine Bewohner anwesend sind.
Sanierungsinstallationen erfordern aufgrund erschwerter Zugänglichkeit und notwendiger Abstimmungen 8-12 Stunden pro Einheit. Zudem muss zusätzliche Zeit für Staubschutz und Reinigung eingeplant werden. Die Installation eines PluggPlan Lüftungsgeräts in einer Wohneinheit ist innerhalb eines Mann-Tages möglich.
Qualitätssicherung und Inbetriebnahme
Bei beiden Szenarien ist die Dichtheitsprüfung mit 250Pa für 10 Minuten verpflichtend. Die Leckagerate muss unter 3% des Nennvolumenstroms liegen. Das Inbetriebnahmeprotokoll dokumentiert alle relevanten Parameter.
Filtereinstellung und Volumenstromregulierung erfolgen automatisch über den integrierten Feuchtesensor. Je nach Wohnungsgröße werden Standardvolumenströme von 85m³/h oder 105m³/h gewählt.
Hydraulischer Abgleich ist sowohl bei Neubau als auch Sanierung essenziell. Die Druckverlustberechnung berücksichtigt Gesamtverlust gleich Gerätedruck plus Kanaldruck plus Komponenten. Die Richtwerte für den Auslegungsdruck liegen bei 100-150Pa für Standard-Wohngebäude und bei 150-200Pa für Niedrigenergiehäuser.
Die Frostschutzfunktion des PluggPlan-Systems funktioniert automatisch. Bei erhöhter Kondensation im Kreuz-Gegenstromwärmetauscher wird der Außenluftventilator ausgeschaltet und der Abluftventilator mit erhöhter Leistung betrieben. Dadurch wird der Wärmetauscher zuverlässig enteist.

Wirtschaftliche Betrachtung
Kostenfaktoren Neubau vs. Sanierung
Neubau-Projekte profitieren von Skaleneffekten bei mehreren gleichzeitigen Installationen. Die Materialkosten für PluggPlan-Systeme liegen bei 8.000-12.000€ pro Wohneinheit inklusive Installation.
Sanierungsprojekte verursachen aufgrund höherer Arbeitszeit und zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen Mehrkosten von 15-25%. Dafür entfällt ein aufwendiges Verteilsystem, da PluggPlan als einheitszentrales System je Wohneinheit eingesetzt wird.
Energieeffizienz und Amortisation
Beide Installationsarten erreichen Wärmerückgewinnungsgrade von 80%. In Sanierungen verbessert sich die Energiebilanz des Gebäudes erheblich, da unkontrollierte Infiltration durch kontrollierte Lüftung ersetzt wird.
Die Amortisationszeit beträgt bei den aktuellen Energiepreisen 8-12 Jahre im Neubau und 6-10 Jahre in der Sanierung aufgrund höherer Ausgangsverluste.
Der Energieverbrauch im Betrieb zeigt je nach Gebäudestandard deutliche Unterschiede. PluggPlan-Systeme benötigen 0,15-0,35Wh/m³ spezifische Ventilatorleistung, was bei einem 4-Personen-Haushalt jährliche Stromkosten von 80-200€ bei 0,30€/kWh verursacht.
Die Wartungskosten sind bei beiden Szenarien identisch. Der Filterwechsel erfolgt jährlich, wobei die Kosten bei 30-50€ pro Filterpaket liegen. Die Pluggit-Garantie kann auf 6 Jahre verlängert werden, was zusätzliche Sicherheit für Investoren bietet.
Häufige Fragen
Kann PluggPlan auch in denkmalgeschützten Gebäuden installiert werden? Ja, die Deckenmontage erfordert keine sichtbaren Außenänderungen. Es sind nur diskrete Außenwandgitter notwendig, die oft genehmigungsfähig sind.
Wie erfolgt die Wartung bei schwer zugänglichen Installationsorten? Das PluggPlan-System ist wartungsarm. Der Filterwechsel erfolgt von innen ohne Außenzugang. Bei der Installation sollten Revisionsöffnungen eingeplant werden.
Welche Koordination ist mit anderen Lüftungssystemen erforderlich? PluggPlan kann mit bestehenden Abluftanlagen kombiniert werden. Die Druckausgleichsregelung erfolgt automatisch über integrierte Sensoren.
Benötigen Sie technische oder kaufmännische Beratung für Ihr Lüftungsprojekt? Kontaktieren Sie unser Team unverbindlich, wenn Sie Fragen zu technischen Spezifikationen, zur Installation, zu Preisen oder zur Verfügbarkeit unserer Produkte haben.
