Kurzantwort:
Eine Wohnraumlüftung kann das sommerliche Raumklima unterstützen, erzeugt allein aber keine aktive Kühlung. Für eine gezielte Absenkung der Raumtemperatur ist zusätzliche Kühltechnik erforderlich – beispielsweise eine separate Klimaanlage oder eine geeignete Wärmepumpe mit Kühlfunktion.
Tagsüber und nachts: zwei unterschiedliche Funktionen
Tagsüber, wenn die Außenluft wärmer als die Raumluft ist:
Der Wärmetauscher nutzt das niedrigere Temperaturniveau der Abluft, um den Wärmeeintrag über die Zuluft zu reduzieren. Die Zuluft kann dadurch mit einer niedrigeren Temperatur als die Außenluft in die Räume gelangen.
Nachts, wenn die Außenluft kühler als die Raumluft ist:
Bei geeigneten zentralen Lüftungsanlagen kann ein Sommerbypass die kühlere Außenluft am Wärmetauscher vorbeiführen. So wird verhindert, dass sie durch die wärmere Abluft erwärmt wird.
Kurz zusammengefasst:
Tagsüber kann der Wärmetauscher den Wärmeeintrag begrenzen. In kühleren Abend- und Nachtstunden können systemspezifische Sommerfunktionen die vorhandene kühlere Außenluft nutzen.
Was leistet eine Wohnraumlüftung im Sommer?
Eine Wohnraumlüftung übernimmt auch im Sommer den notwendigen Luftaustausch. Sie führt verbrauchte und feuchte Luft ab und bringt frische, gefilterte Außenluft in die Wohnräume. Ist die Außenluft wärmer als die Raumluft, kann im Wärmetauscher ein Teil der Wärme aus der Außenluft auf die vergleichsweise kühlere Abluft übertragen werden. Beide Luftströme bleiben dabei vollständig voneinander getrennt.
Dieser Effekt wird technisch häufig als Kälterückgewinnung bezeichnet. Gemeint ist damit nicht, dass neue Kälte erzeugt wird. Die Anlage nutzt vielmehr das niedrigere Temperaturniveau im Gebäude, um den zusätzlichen Wärmeeintrag über die Frischluftzufuhr zu reduzieren. Die thermische Energieübertragung erfolgt ohne Vermischung von Außen- und Abluft.
Merksatz:
Die Wohnraumlüftung erzeugt keine Kälte, kann aber helfen, das vorhandene niedrigere Temperaturniveau im Gebäude länger zu erhalten.


